Vorschau
Cunrad von Tungen 62. Bischoff


Aw, unndt auf diesen tag ist das Ambt Riegelsberg eingenommen unndt 3. gerichtet worden. Dienstag den 18. Julij
seind herr Friedtrich von Schwartzenberg, h(err) Hanß von Lichtenstein undt Stachius von Tüngen von Ochsenfurth aus auf
Jagsberg geritHen, da sie auf folgendte Mitwochen das Ambt Jagsberg eingenommen, unndt seind ietztgedachte Räth
fürder auff Meckmühl gerücket, Stadt undt Ambt zu Neuen Pflichten angenommen, Donnerstags 12. Julij
hat Bischoff Conradt Rödtingen eingenommen, Mitwochens nach Alexij, den 19. Julij undt sindt alda 4 ge-
richtet worden, da hat er aüch das Ambt Büthart eingenommen, vnndt für nachts gein Lauda geritten, alß der
Bischoff von wirtzburg mit den Churfürsten undt Bündischem Kriegs Volck von Heydelberg wider inn sein Stifft
Kommen, vndt der Schlacht zu königs hofen die Stadt durch seinen Marschalck heintz Truchsesen eingenommen
hat der Marschalck den Pfarrh(err) daselbsten Linhardt bieß genant, undt mit ihme 2. Bürger mit dem Schwert
richten laßen, wie obgemelt, Aber folgends den 20. Julij hat der Bischoff in eigener Person die Bürger Zu Lauden
sambt derienigen aus dem Ambt Zu neüen pflichten angenommen, unndt 8. entheupten Laßen, Freytags hernach
den 2. Junij ist der Bischoff aus Lauden gein Wirtzburg geritten, Mitweochens abent Laurentij hat der Bischoff die Stadt
wirtzburg Zu neuen Pflichten angenommen undt alß sie solche Pflicht gethan, 13. uff dem Fischmarck hierümben an mit-
ten deß Marcks mit dem Schwert richten Laßen, undt sich hernacher erhoben, gein Rotenfels geritten, Stadt vnd Ambt
daselbsten, dergleichen so honburg an Meyn, Statt undt Ambt ufn Montag eingenommen, alda niemand gerichtet
worden. Dienstags assumptionis Mariae umb 1. Vhr ist dem Bischoff zu Gemünden ein kommen, daßelbe auch
das Ambt hohenburg an der Weren eingenommen, Folgennde Mitwochen undt deßelben tags noch gein Carl-
statt geritten, Folgenden donnerstag die Stadt unndt Ambt Carlstadt auch Zellingen unndt beede Leynach daselbst
eingenommen, alda seindt mit dem schwerdt gerichtet worden 5. von Carlstadt, 4 aus ümbliegenden Flecken, undt noch
4. solten auch auf dieser Wahlstatt gerichtet werden, aber erbeten worden , undt ist Bischoff Conradt uf Freytag
hernach wieder geen Wirzburg geritten, Donnerstag nach Trium Regum A(nn)o 1526 ist die Stadt Heydingsfeldt
Zu neüen Pflichten angenommen worden, unndt der Alt Rath, sambt gemeiner StadtAmbten verendert worden
Eß sindt auch donnerstag nach Pfingsten A(nn)o 25. alß die Fürsten unndt der Bunndt da geleg(en), drey mit dem Schwerd
gerichtet worden, vnndt haben alle vnndt iede Ambt undt Städt nachfolgendte verschreibung unter Zweyer Edel-
männer Jnsiegel vber sich geben, also Laudendt:
Wir Schultheis, Bürgermeister vnd Rath, dorftmeister unndt ganze gemeind der Statt, dörfer, inn des Ambt N.
Gehörig, als wir inn verrückten tagen im schein, alß ob wir dem heyligen Evangelio anhengen, undt das wort Got-
tes verfechten wolten, unndt dem hochwürdigen Fürsten unndt herrn, herrn Conraden, Bischofen Zu Würtzburg undt
herzogen Zu Francken, unsern rechten natürlichen erblichen herrn undt Landtsfürsten wieder undt über des, daß
S(einer) F(ürstlich) Gn(aden) derohalben hiervor schrifftlich vnd mündtlich gnediglich erinnern unndt warnen Laßen, auch Zu für-
bringung undt Leydlicher billicher milterung unserer beschwerten ob wir die hetten neben andern seiner F(ürstlich) G(naden)
Landtschafft einen bestimbten tag verordtneten Laßen, aus eigenem vnrechtlichen muthwillen, vnndt ohne alle Vrsach
abgeschlagen, undt Zur versamlung kommen der aufrurischen Bauern verpflicht, Jhnen hilf beystand undt Vor-
thail geraicht, dardurch wir unß alles unndt Jedes Mörderischen Raubens undt unmenschlichen handlung theilhaf-
tig unndt schuldig gemacht, Seine F(ürstlich) G(naden) derselben Geistligkeit, Stifft, Closter, Adel undt Verwanden Casten
haab undt Hütten gewaltiglich eingenommen, geblündert, geraubt, gebrant, Zerrißen unndt verbrendt, auch
fur Seiner F(ürstlich) G(naden) Schloß unser Frauenberg, ob wirtzburg geleg(en) mit wehrender handt geZog(en), das mit
unndt vor andern der Benambten Bauerschafft Zu benötigen, Zu erobern undt Zu Zerreißen alles unsers be-
sten vermögens vnterstanden, dergleichen für andere Seiner F(ürstlich) G(naden) derselben Verwanden Schloß undt Flecken
undt für das Schloß N. Undt andere Flecken geZogen, der Ufrürischen Bauerschafft auch anZuhangen, Wegig ge-
macht, eingenommen, verbrant undt Zerrißen, Jn deme wir wieder alle Göttliche Gebot, Christliche bru-
derliche Lieb, Bäpst undt keyserliche Satzung unndt Recht auch wider des heyligen Reichs Landtfrieden undt Ordt-
nung gehandelt, unser Ehr, Pflicht undt gelöbnus vergeßen, an Seiner F(ürstlich) G(naden) unndt dero Stifft Treüloß unndt
Mayneidig worden, vnndt also vnser Ehr, Gut, Freyheiten, Lehen, Leib undt Leben verwircket haben, Beken-
nen vndt thun Kundt offfentlich mit diesem brief gein Allermänniglich für vns vnndt vnserer Erben undt
Nachkommen, daß vnß der hochgedacht vnser gnädiger herr auf vnterthänig fleißige Pitt nach-
folgender gestalt inn gnaden vndt vngnaden angenommen hat, Nemblich sollen unnd wollen Wir hin-
füro nach sazung vndt ausweisung der heyligen Christlichen Kirchen, wie die bißhero Löblich, treülich


Franconica-Online

Franconica  > Fries-Chronik  > Chronik  > Nachträge  > Erzwungene Kapitulationsverpflichtungen aller Hochstiftsgemeinden 1525/26