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den Vogt Burkard von Bergrheinfeld. Die beiden Häuser wechselten im Laufe der Jahre wiederholt ihre Besitzer. Die Fachwerkfassade des Hauses Nr. 8 ließ im Jahre 1908 der Besitzer des Hauses, Herr Tapeziermeister Vogler, freilegen. Das Anwesen Nr. 4 kaufte 1712 der Mainzer Erzbischof Lothar Franz Graf von Schönborn (siehe auch Domerpfarrgasse 2). Das Haus wurde vermietet. Am 15. August 1802 erwarb den Münzhof der Domarchivar und Historiker Anton Oegg, 1808 kam er an die Stadtgerichtsratsfamilie Vornberger, welche ihn im Jahre 1821 an den Bierbrauer Christof Köhler von Großlangheim verkaufte, der in dem Hofe eine Brauerei einrichtete. Köhler nahm, wie auch sein Sohn Karl, wiederholt bauliche Änderungen im Hofe vor. Im Jahre 1868 brach in der Köhlerei -so wurde und wird heute noch das Anwesen genannt -ein Brand aus, der aber keine größere Ausdehnung gewann. Am 29. Mai 1889 ging die Brauerei durch Kauf in den Besitz der Familie Kronberger über, welche aber im Jahre 1904 die Brauerei eingehen ließ und den Wirtschaftsbetrieb verpachtete. Im Jahre 1913 erwarb der Verein zur Errichtung eines Volks-und Hallenschwimmbades das Anwesen, um später hier eine großzügige Badeanstalt zu errichten. Der gemeinnützige Verein wurde auf Anregung des Herrn Dr. med. Wilhelm Apetz im Herbst 1907 gegründet und entsprang einem Bedürfnis weiter Kreise, da nach Schließung der Flußbäder vom September bis Mai nur einige Douche-und Wannenbäder, damals auch nicht in genügender Anzahl und mit wenig moderner Einrichtung zur Verfügung der badefreudigen Bevölkerung standen. Der Verein erreichte bald durch starke Agitation eine Mitgliederzahl von über 1000 und bekam auch einige kleinere Stiftungen überwiesen. Den größten Teil des bis jetzt vorhandenen Vermögens von 200 000 M erwarb sich der Verein durch Veranstaltungen, wie närrische Jahrmärkte, Promenadekonzerte, Keller-und Volksfeste. Im Januar 1913 sicherte sich der Verein durch Kauf das Anwesen Domerpfarrgasse 4, ein Grundstück hinreichend groß, um darauf ein modernes Volksbad mit zwei Schwimmhallen errichten und sogar noch genügend Räume für eine eventl. anzugliedernde städtische Lesehalle abgeben zu können. Vorsitzender des Vereins ist Herr Dr. W. Apetz.

Hs.-Nr. 5. Zum Hofe Groß v. Trockau (Spiegelstraße 12) gehörig.

Hs.-Nr. 10. Pfarrhaus des Domer Viertels (siehe auch Martinstraße Hs.-Nr. 11 und Marktplatz Hs.-Nr. 9).

Hs.Nr, 12. Von der Mitte des 13. Jahrhunderts ab befand sich hier das Vikariekollegium und die Kapelle Unserer lieben Frau zur goldenen Pforte bei dem Loche, auch finstere Kapelle. Die Vikare der hiesigen Stifte vereinigten sich zu einer Bruderschaft, welche 1251 vom Bischof Hermann von Lobdeburg (1225-1254) bestätigt wurde. 1447 wurde die Kapelle neu erbaut. 1686 wurde auf Ansuchen des Diözesanklerus eine Anstalt für emeritierte Priester errichtet und für dieselbe das Vikariekollegium samt dem anstoßenden Hofe Kleinweisach bestimmt. Die Baulichkeiten wurden um-bezw. neuerbaut und 1689 bezogen. Die Zahl der emeritierten Geistlichen vermehrte sich derart schnell, daß es an Raum gebrach. Die Anstalt wurde deshalb 1712

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